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Geschichte

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Die ehemalige kaiserliche Pfalz Dornburg ist über 1000 Jahre alt. König Heinrich I. ließ hier zum Schutz vor den einfallenden Ungarn eine Befestigungsanlage errichten, die durch seinen Sohn, Otto I., 937 an das Kloster Quedlinburg geschenkt wurde. Die "Fluchtburg" galt als "uneinnehmbar". Dornburgs Geschichte im Mittelalter ist Reichsgeschichte. Die Burg diente als Hofstatt deutscher Könige und Kaiser. Die territoriale Lage zwischen den Fürstentümern unterstützte die starke Mittlerrolle zum Zusammenwachsen der Reichsteile. Aus dieser Zeit gibt es heute kein sichtbares bauliches Zeugnis mehr. Die genaue Lage wird bisher nur vermutet. Die älteste, heute noch sichtbare Bausubstanz stammt aus dem 12.-15. Jahrhundert. 

937 ERSTE URKUNDLICHE ERWÄHNUNG ... 965 AUFENTHALT OTTO I. IN DORNBURG

Laut Überlieferung erfolgt die erste urkundliche Erwähnung Dornburgs 937, belegt durch eine Schenkungsurkunde Otto I. für das Kloster Quedlinburg. Aufenthalte des Königs, der sich 962 in Rom zum Kaiser krönen lässt, in seiner Dornburger Pfalz sind für 955 und wahrscheinlich für 958 nachweisbar. 965 besucht Otto I. als Kaiser Dornburg. Auch sein Nachfolger, Kaiser Otto II., weiß Dornburg als Pfalz wegen seiner Lage hoch über dem Saaletal zu schätzen (Aufenthalte 975 und 980).

1004 HEINRICH II. IN DORNBURG

Heinrich II., der 1002 zum König gekrönt wird und wieder seiner Herrschaft in Deutschland verpflichtet ist, weilt 1004 in Dornburg. Es bedarf sicherlich einiger historischer Sachkenntnis und Phantasie sich vorzustellen, was bei solchen Aufenthalten wohl vor sich ging: Da ist der königliche Hofstaat. Aus Nah und Fern kommen Bauern, Handwerker, Mönche und neugieriges Volk, um den Herrscher zu sehen. Die anstehenden Gerichtstage, Kirchgänge sowie Übungen in den ritterlichen Künsten werden abgehalten...

MITTE 11. Jhd.: DIE LUDOWINGER ... 1083 DORNBURG FÄLLT AN WILPRECHT VON GROITZSCH

Seit Mitte des 11. Jahrunderts sind die Ludowinger durch Heirat und Ländertausch zu Macht und Ansehen im mitteldeutschen Raum gekommen. Im Verlauf der Zeit erlangen sie durch Reichslehen die Landgrafenwürde von Thüringen. Sie übernehmen somit neben der Sicherung des Landfriedens die königlichen Rechte, wie die Aufsicht über Zoll, Maße und Münzen. Ihren Aktivitäten im Burgenbau verdankt die Nachwelt so wichtige Bauwerke wie die Wartburg bei Eisenach und die Neuenburg bei Freyburg a.d. Unstrut. Das Dornburger Territorium nehmen sie um 1180 in Besitz. Vermutlich ist in dieser Zeit ein hochmittelalterlicher Vorgängerbau auf der Bergterrasse, wo sich heute das Alte Schloss befindet, errichtet worden. Jüngste archäologische Funde (Mauerreste eines Palas, Fundamente eines Bergfrieds, Reste einer Ringmauer) deuten darauf hin.

1180 RATWARD VON DORNBURG ERWÄHNT ... MITTE 13. Jhd. RUDOLF DER III. ÜBERNIMMT DORNBURG

Mitte des 13. Jahrhunderts wird die Burg dem Schenken Rudolf von Vargula (1242-1281) zugeeignet, in dessen Besitz sie bis Mitte des 14. Jahrhunderts bleibt. 1344 wird Dornburg als Reichslehen an den Grafen von Orlamünde verkauft.

1381 VERPFÄNDUNG DES SCHLOSSES DORNBURG AN ULRICH VON TENSTETE

Die Burg wechselt in der Folgezeit wiederholt den Besitzer. Während der thüringischen Grafenfehde (1342-1346) wird sie erfolglos 5 Wochen belagert. Sie fällt danach an den Landgrafen Friedrich den Ernsthaften zurück.

1420 CONRAD VON DHUME VOGT ZU DORNBURG

Im 15. Jahrhundert befindet sich die Burg zeitweilig im Besitz der Vitzthume, die sie während des Sächsischen Bruderkriegs (1445-1451) an die Wettiner verlieren.

1551 JOHANN FRIEDRICH IN DORNBURG

1551 weilt Johann Friedrich, der Begründer der Jenaer Universität, in Dornburg. Die Burg befindet sich zu dieser Zeit in einem miserablen Bauzustand. Er beauftragt daraufhin den Ernestinischen Hofbaumeister Nikolaus Grohmann mit Umbauten. 1566 setzt eine umfassende Bauphase ein, deren Ergebnisse noch heute die Schlossanlage wesentlich prägen. Spätere An- und Umbauten haben den Charakter des Alten Schlosses nicht durchgreifend geändert.